Die Auftakt-Veranstaltung des Festivals Sprachspiele / Linguaggi in gioco findet im Frauenmuseum in Meran am Freitag, den 2. Oktober um 18:00 Uhr statt. Im Mittelpunkt stehen zwei Neuerscheinungen des Edition Raetia Verlags: Rosalyn D’Mellos autobiografischer Essay „Gestillte Zeit“ und Veronika Oberbichlers Roman „Laute Wasser“. Die Geigerin Magdalena Oberstaller begleitet den Abend musikalisch.

DIE AUTORIN: ROSALYN D’MELLO
Rosalyn D’Mello (1985) stammt aus Indien und lebt in Südtirol. Die feministische Schriftstellerin, Lektorin und Kunstkritikerin zählt zu den profiliertesten Stimmen des intersektionalen Feminismus und der zeitgenössischen Kunstkritik. Derzeit lehrt sie an der Fakultät für Design und Künste der Freien Universität Bozen und arbeitet mit der renommierten Sharjah Art Foundation zusammen. Sie schreibt für das Kunstmagazin Stir sowie für weitere internationale Zeitschriften. www.rosalyndmello.com
DAS BUCH:
Rosalyn D’Mello, Gestillte Zeit. Mutter- und doch Selbstsein, Edition Raetia.
Aus dem Englischen übersetzt von Anna Jäger
Was bleibt von der Frau, der Schriftstellerin, der feministischen Intellektuellen, wenn der eigene Körper zur Milchquelle für ein Kind wird? Und was bleibt von Zeit und Raum beim Stillen? Sich selbst treu bleiben und gleichzeitig in der Mutterrolle aufgehen: Geht das? Trotz Schlafmangel, bedingungsloser Hingabe und ständigen Unterbrechungen notiert Rosalyn D’Mello ihre radikalen Gedanken zu Begehren, Sprache und pluraler Identität. Zwischen Wäschebergen, dem Kochen und dem Staubsaugen denkt sich über Erinnerung und Liebe, Migration, Alltagsrassismus, die Zwänge der patriarchalen Gesellschaft, sowie das nie verstummende Bedürfnis weiterzuschreiben nach.

DIE AUTORIN: VERONIKA OBERBICHLER
Veronika Oberbichler lebt als freie Schriftstellerin, Psychotherapeutin und Supervisorin in Südtirol. Betreibt eine kleine Druckerwerkstatt, in der sie handgepresste Grafiken und Typografien in Bleisatz realisiert. Schreibt Lyrik und Prosa sowie Sachbücher.
Zuletzt bei Raetia erschienen: „Wir brechen das Schweigen. Betroffene sprechen über sexuellen Missbrauch“ (2022) und „Laute Wasser“ (2026).
DAS BUCH:
Veronika Oberbichler, Laute Wasser, Roman, Edition Raetia
Nach Jahrzehnten der Geheimhaltung erfährt Luise, dass sie eine Zwillingsschwester hat. Die selbstbewusste Dora drängt in ihr Leben und stellt damit nicht nur ihre Schwester vor Herausforderungen, sondern rüttelt auch am fragilen Gleichgewicht einer unkonventionellen Familie. Die beiden Frauen hoffen, von ihrer demenzkranken Mutter Antworten zu erhalten. Und während sie sich zaghaft annähern, erwachen geheimnisvolle Kräfte der Natur und aus der Fanes-Legende …
Luise beobachtete Dora, wie sie wortlos dasaß, rauchte und mehrmals nacheinander in den Himmel hinaufblickte, an dem es nichts zu sehen gab, was nicht vorher schon da gewesen wäre. „Hörst du’s?“, fragte sie dann. „Was denn?“ Luise spitzte die Ohren, hörte aber nichts, nichts jedenfalls, was nicht schon vorher hörbar gewesen wäre. „Das Wasser! Hörst du es?“

DIE MUSIKERIN: MAGDALENA OBERSTALLER
Magdalena Oberstaller kommt ursprünglich aus Taisten im Pustertal. Violine spielt sie neben anderen Instrumenten seit ihrem 5. Lebensjahr. Später hat sie in Linz an der Anton-Bruckner-Universität Violine mit Hauptfach Jazz und Improvisierte Musik studiert. Heute lebt sie als selbstständige Musikerin, Musikpädagogin, Journalistin und Moderatorin in Bozen. Sie spielt in zahlreichen Formationen vor allem im Bereich moderne Musik und taucht dabei in die unterschiedlichsten Stilrichtungen ein.

